Wunder Mensch

Warum der amerik. Präsident wichtig ist

Herr William Jefferson “Bill” Clinton ist noch für ein paar Monate amtierender Präsident der USA, als er einen feierlichen Raum im Weißen Haus betritt. Bedächtig schreitet er ans Rednerpult, zieht seine zusammengepressten Lippen in die Breite, wie er es immer tut, wenn es wichtig wird, und verkündet den zahlreichen internationalen Gästen und Medienvertretern sowie den staunenden Fernsehzuschauern: «Heute trifft sich hier im East Room die Welt mit uns, um eine ganz besondere Karte zu enthüllen.» Es handele sich «ohne jeden Zweifel um die wichtigste, wunderbarste Karte, die die Menschheit je erschaffen hat“.

Es ist der 26. Juni 2000. Clinton ist nicht allein. Zwei Helden stehen neben ihm, begnadete Molekularbiologen alle beide: …  Francis Collins und Craig Venter… Gemeinsam präsentieren sie, was sie die „Arbeitsversion“ der menschlichen Genomkarte nennen: Auf ihren Graphiken sind 97 Prozent der Buchstaben des menschlichen Gencodes eingetragen. Das «Buch des Lebens», so Clinton und die Forscher, wurde endlich lesbar…“

„Die Euphorie scheint berechtigt. Denn die Forscher können nun endlich fast vollständig den 3,3 Milliarden Buchstaben umfassenden Text lesen, den die Sprossen der spiralförmig ineinander gewundenen Leiter der Erbsubstanz eines Menschen bilden. Diese Leiter ist die berühmteste Doppelhelix der Welt, die sogenannte Desoxyribonukleinsäure, kurz DNS genannt und besser bekannt unter ihrer englischen Abkürzung DNA. Die gesamte Erbsubstanz eines Menschen ist auf 46 DNA-Moleküle – die sogenannten Chromosomen – verteilt. 22 Chromosomen kommen doppelt vor. Frauen besitzen zudem noch zwei sogenannte X-Chromosomen, Männer ein X- und ein Y-Chromosom. Pro Paar stammt ein Chromosom vom Vater und eines von der Mutter.

Die gigantisch langen, aber nur rund ein Dutzend Atome dünnen DNA-Riesenmoleküle winden sich durch den Kern einer jeden Zelle. Das Geheimnis ihrer Vererbbarkeit steckt in ihrer besonderen Form, die leicht zu reproduzieren ist: Wenn sich eine Zelle teilt, um Tochterzellen zu bilden, öffnet sie ihre Doppelhelizes wie Reißverschlüsse in der Mitte der Sprossen. Dann ersetzt sie den jeweils fehlenden Leiter-Strang, so dass aus einer DNA zwei identische Tochtermoleküle werden. Jede der Tochterzeller erbt dann eines dieser Moleküle und damit das vollständige Erbgut ihrer Mutterzelle.“

Zitate entnommen aus dem Buch: Der zweite Code. Epigenetik oder: Wie wir unser Erbgut steuern können von Peter Spork, S 25ff erschienen bei Rowohlt Taschenbuch Verlag

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